Docusnap scannt deine IT und schreibt automatisch auf, was da ist. NetBox hält fest, wie dein Netz aussehen soll: als Single Source of Truth mit API und Automatisierung. Hier kommt der faire Vergleich: Stärken, Lizenzen, Koexistenz, Wechselpfad.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Docusnap dokumentiert automatisch, was in deiner IT existiert. NetBox definiert, was in deinem Netz gelten soll.
Auto-Discovery bezeichnet das automatische Scannen und Dokumentieren vorhandener Systeme. Eine Source of Truth ist dagegen die verbindliche Referenz dafür, wie die Infrastruktur aussehen soll.
Docusnap scannt agentenlos Server, Clients, Netzwerkgeräte und Software, dazu Active Directory, Exchange und VMware. Das Ergebnis ist ein aktueller Schnappschuss der Realität: ideal für Inventar, Berichte und Compliance-Nachweise.
Die Grenze: Ein Scan weiß nicht, was sein sollte. Eine ungeplante Änderung sieht im nächsten Scan aus wie ganz normaler Bestand.
NetBox bildet laut offizieller Doku den gewünschten Zustand des Netzes ab, den „desired state", nicht den Betriebszustand („operational state"). Ungeprüfte Automatik-Importe von Live-Daten werden ausdrücklich nicht empfohlen.
Damit wird die Dokumentation zur Referenz: Jede Abweichung zwischen Netz und NetBox ist Drift, sichtbar und behebbar. Das trägt Automatisierung.
Docusnap kommt von der Docusnap GmbH aus Kiefersfelden in Bayern, die Produktgeschichte reicht bis 2004 zurück. Nach Herstellerangaben nutzen über 5.000 Kunden die Software. Das sind die echten Stärken:
Server, Clients, Netzwerkgeräte und Software werden ohne Agenten gescannt, dazu Active Directory, Exchange und VMware.
Aus den Scan-Daten erzeugt Docusnap Netzwerkpläne, unter anderem Layer-3-Routingpläne und Topologie-Maps.
Installierte Software wird gegen vorhandene Lizenzen abgeglichen: ein Zeitgewinn für Software-Audits.
Wer darf was: Docusnap analysiert AD-, NTFS- und Freigabe-Berechtigungen. Das bietet NetBox nicht.
Betriebshandbücher und IT-Konzepte lassen sich direkt aus den Bestandsdaten aufbauen, inklusive Notfallplanung.
Docusnap wirbt offensiv mit NIS2-Dokumentationspflichten und verweist auf Bußgelder bis 10 Mio. EUR bzw. 2 % des Umsatzes.
NetBox ist eine Open-Source-Anwendung unter Apache-2.0-Lizenz mit rund 21.000 GitHub-Stars, entwickelt von der netbox-community und kommerziell getragen von NetBox Labs.
Racks, Geräte, Kabel und Stromversorgung als sauberes Datenmodell mit Beziehungen und Historie.
IP-Adressen, Präfixe und VLANs mit Validierung gegen Doppelvergaben. Mehr dazu im IPAM-Tool-Vergleich.
REST- und GraphQL-API für Ansible, Terraform und eigene Skripte. Wie das praktisch aussieht, zeigt unsere Seite zur NetBox-Automatisierung.
Erweiterbar über ein Plugin-System. Betrieb self-hosted oder als NetBox Cloud und Enterprise von NetBox Labs.
Ehrlich dazu: NetBox scannt nichts von selbst. Es ist laut eigener Doku kein Monitoring, kein DNS- oder RADIUS-Server und kein Konfigurationsmanagement. Lizenzmanagement und Berechtigungsanalysen wie in Docusnap fehlen komplett.
Kurzfassung: Docusnap punktet bei automatischer Erfassung und Compliance-Berichten, NetBox bei Datenmodell, API und Automatisierung.
| Funktion | Docusnap | NetBox |
|---|---|---|
| Auto-Discovery | Ja, Kernfunktion: agentenloses Scannen von Windows, AD, Exchange, VMware, SNMP | Nein, bewusst nicht im Core; Ist-Daten kommen per Import oder Discovery-Tools |
| DCIM & Rack-Verwaltung | Geräte-Inventar aus dem Scan | Ja, Kernfunktion: Racks, Geräte, Kabel, Stromversorgung |
| IPAM (IPs, Präfixe, VLANs) | IP-Bestand aus der Inventarisierung | Ja, Kernfunktion mit Validierung gegen Doppelvergaben |
| Kabel- & Patch-Doku | Nicht der Fokus | Ja, Kabel und Verbindungen gehören zum Kernmodell |
| Netzpläne & Topologie | Ja, automatisch erzeugt, u. a. Layer-3-Routingplan und Topologie-Map | Datenmodell statt Zeichnung; Visualisierung über Plugins |
| Lizenzmanagement | Ja, Abgleich installierter Software | Nein |
| Berechtigungsanalyse (AD, NTFS) | Ja | Nein |
| IT-Konzepte & Notfallhandbuch | Ja | Nein, nicht Ziel des Projekts |
| API & Automatisierung | Auf Berichte und Doku-Jobs ausgerichtet | Ja, REST- und GraphQL-API, Standard-Basis für Ansible und Terraform |
| Erweiterbarkeit | Geschlossenes Produkt | Plugin-System, offener Quellcode |
| Betrieb | On-Premises oder Docusnap365 (SaaS plus Gateway im eigenen Netz) | Self-hosted Community Edition, NetBox Cloud oder Enterprise |
| Quellcode & Lizenz | Closed Source, Abo oder Kauf, lizenziert pro Gerät | Open Source, Apache 2.0 |
Bei Docusnap zählen alle aktiven Windows-, Linux-, macOS- und HP-UX-Systeme, Thin Clients und Notebooks als lizenzpflichtige Geräte. Reine SNMP-Geräte wie Drucker, Router, Switches und Firewalls sowie Smartphones und Tablets sind lizenzfrei.
Eine vollständige öffentliche Preistabelle gibt es nicht: Der Preis ergibt sich aus der Netzwerkgröße über den Lizenzrechner, wahlweise als Abo oder Kauf. Docusnap365 ist das SaaS-Modell: Cloud-Applikation plus Enterprise Gateway im eigenen Netz, abgerechnet nach lizenzierten Objekten.
Die NetBox Community Edition kostet keine Lizenzgebühren, verlangt aber Betrieb: Updates, Backups, Datenbank, Pflegeprozess. Wer das nicht selbst stemmen will, nimmt NetBox Cloud oder Enterprise von NetBox Labs. Rechne also Betriebsaufwand gegen Lizenzkosten, nicht 0 gegen 465 Euro.
Du musst dich nicht zwingend entscheiden. Ein bewährtes Muster: Scan-Daten dienen als Abgleich gegen die dokumentierte Wahrheit in NetBox. So erkennst du Drift, statt eine Doku durch die andere zu ersetzen.
Die Ist-Aufnahme aus Docusnap, Scan-Skripten oder NetBox Discovery wird regelmäßig gegen das Soll in NetBox geprüft. Abweichungen erzeugen Tickets, kein Blind-Import überschreibt die Referenz.
NetBox Labs kombiniert selbst Discovery (automatische Ist-Erfassung) und Assurance (Drift-Erkennung gegen das dokumentierte Soll) zu einem Produktpaar. Das Muster ist also kein Workaround, sondern das offizielle Zielbild.
Docusnap kann dabei als Ist-Quelle für die Windows-Welt weiterlaufen, NetBox wird die Referenz für Netz und RZ. Fürs Monitoring daneben: NetBox plus Checkmk.
Deine IT ist AD- und Windows-lastig, NIS2 oder ISO 27001 stehen an, die Doku soll automatisch entstehen. Dafür ist Docusnap gebaut.
Revision oder Auditoren verlangen Lizenzbilanzen und Berechtigungsanalysen. Das liefert Docusnap, NetBox nicht.
Niemand im Team kann eine Source of Truth dauerhaft pflegen. Dann ist ein automatischer Scan ehrlicher als ein leeres Datenmodell.
Du betreibst als ISP, Rechenzentrum oder Enterprise ein Netz, das geplant statt nur erfasst werden muss: Racks, Kabel, Präfixe, VLANs.
Ansible, Terraform oder eigene Skripte sollen gegen eine verlässliche API arbeiten. Dafür braucht es ein Soll-Modell, keinen Scan.
Du willst Pro-Gerät-Lizenzen und Vendor-Lock-in vermeiden. Open Source unter Apache 2.0 wächst mit, ohne Preis pro Gerät.
Der Wechsel ist kein Big Bang, sondern drei Schritte. Entscheidend sind Datenmodell und Pflegeprozess, nicht die Technik.
Bestandsdaten aus Docusnap oder anderen Quellen als CSV ziehen, Duplikate und Karteileichen aussortieren.
Erst Sites, Tenants und Naming-Konventionen definieren, dann die Daten laden.
Jede Änderung läuft ab jetzt über NetBox. Der Scan wird zum Kontrollwerkzeug, nicht zur Doku.
Unsere Migrationscheckliste führt durch alle Punkte von Datenmodell bis Cutover, kostenlos als PDF. Und wenn du Begleitung willst: In der Migrationsberatung gehen wir deinen konkreten Fall durch.
Du vergleichst noch? Dann lies auch NetBox vs. i-doit und NetBox vs. Nautobot oder den Überblick zur Open-Source-Netzwerkdokumentation.
Zur 28-Punkte-Checkliste ›Docusnap und NetBox lösen verschiedene Probleme: automatische Ist-Doku mit Compliance-Berichten gegen gepflegte Source of Truth mit API. Für Netzwerkteams mit Automatisierungsziel ist NetBox die Basis. Sieh es dir live an, an deinen Fragen entlang.
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