NetBox und Nautobot sind zwei der bekanntesten Open-Source-Tools für eine Netzwerk-Source-of-Truth (DCIM + IPAM), und sie stammen aus derselben Codebasis. Wir vergleichen beide entlang Fork-Historie, Lizenz, Datenmodell, Automatisierung und Ökosystem. Ohne Bashing: Nautobot hat echte Stärken, und wir benennen sie.
NetBox ist die Netzwerk-Source-of-Truth mit der insgesamt größeren Community und kommerziellen Editionen von NetBox Labs. Nautobot ist der 2021 entstandene Fork von Network to Code, der Automatisierung als Kernkonzept direkt in die Plattform holt. Wenn du NetBox stattdessen mit einer klassischen CMDB vergleichen willst, hilft dir unser Vergleich NetBox vs. i-doit weiter.
Nautobot ist ein Fork von NetBox: Network to Code hat Anfang 2021 den Code von NetBox v2.10.4 abgespalten und entwickelt ihn seitdem eigenständig weiter. Hinter NetBox stehen heute die netbox-community und kommerziell NetBox Labs, hinter Nautobot steht Network to Code (NTC).
Jeremy Stretch entwickelt NetBox intern bei DigitalOcean: als Werkzeug, das IPAM und DCIM in einem Datenmodell vereint und den Soll-Zustand des Netzwerks dokumentiert.
NetBox wird als Open Source veröffentlicht und wächst in den Folgejahren zu einer der meistgenutzten Open-Source-Lösungen für die Netzwerk-Source-of-Truth.
NTC forkt NetBox in Version 2.10.4. Erklärte Motivation: Automatisierung näher an die Source of Truth bringen, unter anderem mit Jobs als Kernkonzept und MySQL-Support als Fork-Ziel.
Im Zuge der IBM-Übernahme von NS1 entsteht NetBox Labs als Spin-out, mitgegründet von Jeremy Stretch und Kris Beevers. Im April 2023 folgt eine Series A über 20 Mio. USD.
Network to Code veröffentlicht Nautobot 2.0 und baut das App-Ökosystem rund um Golden Config, SSoT und Device Onboarding weiter aus.
NetBox 4.0 erscheint mit komplett überarbeiteter Oberfläche und dem Wechsel der GraphQL-Engine von Graphene-Django auf Strawberry-Django.
Beide Tools modellieren den Soll-Zustand des Netzwerks: Standorte, Racks, Geräte, Interfaces, Präfixe, VLANs. Die Unterschiede stecken in der Erweiterbarkeit, vor allem bei Custom Fields und beim Status-Modell.
NetBox setzt auf ein bewusst kuratiertes Datenmodell und stellt es vollständig über REST- und GraphQL-API bereit. Custom Fields gibt es auf vielen, aber nicht auf allen Modellen. Zusätzliche Flexibilität kommt über Tags, Custom Scripts und das Plugin-Ökosystem. Datenbank: Python/Django mit PostgreSQL.
Nautobot erlaubt Custom Fields auf allen Modellen, inklusive Interfaces, und bringt ein eigenes, erweiterbares Status-Modell mit: Du kannst zusätzliche Status definieren, statt mit festen Werten zu arbeiten. Datenbank: Python/Django mit PostgreSQL oder MySQL. Der MySQL-Support war ein erklärtes Fork-Ziel.
Automatisierung heißt hier: Die Source of Truth stößt Workflows an oder liefert validierte Daten an Ansible, Terraform und ITSM. Beide Tools können das, mit unterschiedlicher Philosophie.
NetBox bietet Custom Scripts (Python direkt im NetBox-Kontext), Webhooks und Event Rules sowie REST- und GraphQL-API. Typisches Muster: NetBox bleibt die verlässliche Datenquelle, die eigentliche Orchestrierung läuft in Ansible, Terraform oder einer CI/CD-Pipeline. So setzen wir es auch in Kundenprojekten auf.
Nautobot behandelt Jobs als Kernkonzept: Python-Workflows laufen direkt in der Web-UI, mit Berechtigungen und nachvollziehbarer Ausführung. GraphQL ist von Beginn an nativer Bestandteil. Das passt zu Teams, die Automatisierung so nah wie möglich an der Source of Truth halten wollen: genau die Motivation hinter dem Fork.
NetBox setzt auf ein offenes Plugin-Ökosystem aus der Community, Nautobot auf kuratierte Apps von Network to Code. Beides funktioniert. Entscheidend ist, was dein Use Case braucht.
Ein großes, offenes Plugin-Ökosystem aus der Community: von Topologie-Visualisierung bis Workflow-Erweiterung. Dazu Custom Scripts und Event Rules als Bordmittel, getragen von der insgesamt größeren Community auf GitHub.
Offizielle, kuratierte Apps von NTC: Golden Config (Konfigurations-Compliance), SSoT mit fertigen Integrationen für Infoblox, Cisco ACI, Arista CloudVision, ServiceNow, IP Fabric und Device42 sowie Device Onboarding.
Beide Projekte releasen aktiv: NetBox steht bei 4.x (4.0 im Mai 2024), Nautobot bei 2.x (2.0 im September 2023). Beide basieren auf Python/Django und sind produktionserprobt.
Beide Kernprojekte bleiben kostenlos. Bezahlt wird optional für gehostete Editionen, Enterprise-Features und Support: bei NetBox über NetBox Labs, bei Nautobot über Network to Code.
Open Source, Apache 2.0, Eigenbetrieb. IPAM und DCIM, REST- und GraphQL-API, Plugins. Kostenlos.
Kommerzielle Editionen von NetBox Labs: gehostet (Cloud) oder im eigenen Rechenzentrum (Enterprise), mit Herstellersupport.
Open Source, Apache 2.0, Eigenbetrieb. Jobs, GraphQL und Apps inklusive; Datenbank PostgreSQL oder MySQL. Kostenlos.
Network to Code bietet Enterprise-Support und Managed-Angebote rund um Nautobot an, inklusive Beratung durch das Fork-Team selbst.
Da beide Tools aus derselben Codebasis stammen und ihre Daten vollständig per REST-API zugänglich machen, lässt sich ein Wechsel strukturiert planen, in vier Schritten: 1. Export per API, 2. Feld- und Status-Mapping, 3. Validierung, 4. Import. Der Aufwand hängt weniger vom Tool ab als von deiner Datenqualität und davon, wie weit Versionen und Custom-Field-Modelle inzwischen auseinanderliegen.
Zur Migrationsberatung ›Ordne dich einem Szenario zu. Jede Karte nennt das Tool, das dafür die naheliegende Wahl ist. Und ja: Dreimal lautet die Antwort Nautobot.
Beide Tools sind ein riesiger Schritt nach vorn. NetBox ist der verbreitetere Einstieg, mit mehr Community-Wissen, Vorlagen und Anleitungen. → NetBox
Genau dafür wurde Nautobot gebaut: Jobs als Kernkonzept, mit Berechtigungen und Ausführungshistorie direkt in der Plattform. → Nautobot
Die Nautobot-SSoT-App liefert diese Integrationen fertig mit. In NetBox löst du dasselbe über Plugins oder Eigenentwicklung. → Nautobot
NetBox Cloud und NetBox Enterprise von NetBox Labs decken das ab, in DACH mit Partnern für Einführung und Betrieb. → NetBox
NetBox setzt PostgreSQL voraus. Nautobot läuft mit PostgreSQL oder MySQL. Der Support war ein erklärtes Ziel des Forks. → Nautobot
Insgesamt größere Community (20.000+ GitHub-Stars), breites Plugin-Angebot und ein kommerzieller Träger mit Series-A-Finanzierung. → NetBox
Als NetBox Labs Partner sind wir nicht neutral. Deshalb halten wir uns an die Fakten. Nautobot ist eine legitime Wahl, wenn Jobs in der Web-UI, fertige SSoT-Integrationen oder MySQL-Support dein Kernbedarf sind und ihr eng mit Network to Code arbeiten wollt.
Für die meisten Teams in DACH sprechen die insgesamt größere Community, das breite Plugin-Ökosystem, die kommerziellen Editionen von NetBox Labs und lokale Partner-Unterstützung für NetBox. Das ist auch die Bilanz aus unseren 40+ Migrationen. Wenn du grundsätzlicher vergleichst, welches IPAM-Tool überhaupt zu dir passt, hilft dir unser IPAM-Tool-Vergleich weiter.
Auf unserem YouTube-Kanal nscon - Sicher vernetzt findest du Deep-Dives zu NetBox, Netzwerkautomatisierung und Compliance.
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