Netzwerkdokumentations-Software erfasst strukturiert, aus welchen Geräten, IP-Adressen, VLANs, Racks und Verbindungen dein Netzwerk besteht, und hält diesen Soll-Zustand als zentrale Datenbasis fest. Die vier wichtigsten Open-Source-Tools dafür sind NetBox, phpIPAM, Nautobot und i-doit open. Hier vergleichst du sie anhand von 8 Kriterien: Stärken, Grenzen und für wen welches Tool passt.
Netzwerkdokumentations-Software ist eine strukturierte Datenbank für den Soll-Zustand deiner Netzwerkinfrastruktur: Standorte, Racks, Geräte, Interfaces, Verkabelung, IP-Adressen, Präfixe, VLANs und Circuits. Anders als eine klassische CMDB aus der ITSM-Welt ist sie netzwerkzentriert modelliert, und anders als Monitoring beobachtet sie nicht den Ist-Zustand, sondern definiert, wie das Netz aufgebaut sein soll.
Diese Seite beantwortet die Frage: Welches Open-Source-Tool passt zu dir? Wie du danach sauber dokumentierst, also Struktur, Pflegeprozesse und Compliance, zeigt dir unser Praxis-Leitfaden: So dokumentierst du richtig.
Warum überhaupt Open Source? Vier Gründe sprechen dafür, einer relativiert:
Bevor du Screenshots vergleichst: Prüfe diese acht Kriterien gegen deine Anforderungen. Sie entscheiden, ob ein Tool nach zwei Jahren noch trägt.
Bildet das Tool dein Netz ab: Sites, Racks, Geräte, Interfaces, Kabel? Oder nur generische Objekte mit Freitextfeldern?
IP-Verwaltung und Infrastruktur-Doku in einem Tool verhindern doppelte Pflege. Reine IPAM-Tools decken nur die Hälfte ab.
REST- und GraphQL-API, Webhooks und Scripting sind Pflicht, wenn Ansible, Terraform oder dein ITSM andocken sollen.
Wer darf was ändern? Rollenbasierte Rechte und Änderungshistorie sind die Basis für auditfähige Dokumentation.
Custom Fields, Plugins und Scripts entscheiden, ob das Tool mit Sonderfällen wächst oder du daneben wieder Excel pflegst.
Aktive Entwicklung, regelmäßige Releases und öffentliche Issues zeigen, ob ein Projekt in fünf Jahren noch lebt.
Selbst hosten, gehostete Cloud-Variante oder Managed Service durch einen Partner: Das Tool sollte alle drei Wege erlauben.
Änderungsprotokolle, Berechtigungskonzepte und Exporte, die Auditoren bei ISO 27001, NIS2 und DORA sehen wollen.
Alle vier sind Open Source, alle vier sind produktionsreif. Sie lösen aber unterschiedliche Probleme. Die Kurzprofile, mit Lizenz, Fokus und ehrlicher Grenze.
2015 bei DigitalOcean entstanden, seit Juni 2016 Open Source, aktuell in Version 4.6 (Stand Juli 2026). Dokumentiert den Soll-Zustand des Netzwerks als Datenbasis für Automatisierung.
Schlankes Open-Source-Werkzeug auf PHP-Basis, spezialisiert auf die Verwaltung von IP-Adressen.
Anfang 2021 von Network to Code als Fork von NetBox v2.10.4 gestartet, Version 2.0 seit September 2023.
Freie Variante der in Düsseldorf entwickelten CMDB i-doit (erstes Release 2004), lizenziert unter AGPLv3.
Wir halten den Vergleich hier bewusst kompakt. Die Tiefe findest du in den Detail-Vergleichen NetBox vs. Nautobot und NetBox vs. i-doit.
In Foren und Tool-Listen werden Monitoring und Dokumentation oft vermischt. Beide sind wichtig, beantworten aber verschiedene Fragen.
Zabbix, OpenNMS und Co. beobachten Erreichbarkeit, Metriken und Alarme. Sie beantworten die Frage, ob etwas gerade funktioniert, nicht, wie dein Netz aufgebaut sein soll.
NetBox und Co. halten fest, wie das Netzwerk geplant ist: welche IP wohin gehört, welches Kabel in welchem Port steckt. Diese Datenbasis ändert sich nur durch bewusste Änderungen.
Die Dokumentation liefert als Source of Truth die Soll-Daten, das Monitoring prüft den Ist-Zustand dagegen. Abweichungen werden sichtbar, bevor sie im Audit auffallen.
Am Beispiel NetBox: Der Funktionskern bleibt frei. Für Betrieb, Support und Verantwortlichkeiten gibt es vier Wege.
Apache 2.0, kostenlos, voller Funktionskern. Du betreibst selbst: Hosting, Updates, Backups, Berechtigungen. Gut für Teams mit Betriebs-Know-how und Zeit.
Die von NetBox Labs gehostete Variante. Betrieb, Updates und Verfügbarkeit liegen beim Hersteller, du kümmerst dich um Daten und Prozesse statt um Server.
Der Betrieb in deiner eigenen Umgebung, mit erweiterten Funktionen und Hersteller-Support von NetBox Labs. Für regulierte Umgebungen, die on-prem bleiben müssen.
NetBox Labs betreibt ein offizielles Partnerprogramm. Seit Juni 2024 geben Project Bundles Partnern kostenlosen Zugang zu Cloud und Enterprise für Design-, Build- und Deployment-Phasen von Kundenprojekten. Mehr zum NetBox-Partner-Modell.
Tool ausgewählt? Dann entscheidet die Einführung über den Erfolg. So sieht der bewährte Pfad in Kurzform aus, den ausführlichen Ablauf findest du in der Migrationsberatung.
Excel-Listen, Visio-Diagramme und Alt-Tools sichten, Stakeholder abholen, Zielbild und Scope definieren.
Sites, Tenants, Naming-Konventionen, Custom Fields und RBAC-Konzept festlegen, bevor Daten fließen.
Bulk-Import, Bereinigung von Duplikaten und IP-Kollisionen, Validierung, Cutover mit Rollback-Plan.
Pflegeprozesse etablieren, API-Anbindung an Ticketing und Automatisierung, auf Wunsch als Managed Service.
Auf unserem YouTube-Kanal nscon - Sicher vernetzt findest du Deep-Dives, How-To's und Best Practices rund um Netzwerkdokumentation und Automatisierung.
Praktiker mit Enterprise-Erfahrung: Cisco bis Fortinet, NetBox bis NIS2, on-prem bis Multicloud.
Erste Ansprechpartnerin für Migrations-, Demo- und Managed-Service-Anfragen. Übersetzt zwischen Buying Center und Engineering.
Routing-, Switching- und Automatisierungs-Tiefe. Bringt Enterprise-Erfahrung in Datenmodell und RBAC-Konzept ein.
Architekt der Migrationsmethodik. Technischer Lead Managed NetBox Services: Datenmodell, API, Automatisierung.
Über 10 Jahre Netzwerk- & Security-Beratung. Host des Podcasts „Sicher vernetzt". Treibt die NetBox-Labs-Partnerschaft.
Was andere zum Thema Open-Source-Netzwerkdokumentation wissen wollen.
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